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Heikle Kiste

Und der Witz ist: Isch aabe gargein Auto. Pressemitteilung anno 2013 für die später hoch umstrittene und aufgelöste Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor e.V. Text: ad poets, Elke Sichelschmidt. Foto & Spielzeug: Elke Sichelschmidt

 

Neue EUGT Studie:  Kaum Feinstaubreduktion durch Umweltzonen

Viele Städte reagieren auf die aktuellen EU-Grenzwerte zur Feinstaubreduktion mit der Einrichtung von Umweltzonen. Im Auftrag der EUGT hat das IERA deren Wirksamkeit geprüft. Jetzt präsentieren die Forscher erste Ergebnisse im Zentralblatt für Arbeitsmedizin und weitere auf dem 15. Technischen Kongress des VDA. Das Fazit: Die Effekte sind allenfalls gering.

Die Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor e.V. wollte es genau wissen: Können Umweltzonen die Feinstaubelastung tatsächlich signifikant senken? Das beauftragte Institut für Epidemiologie und Risikobewertung in der Arbeitswelt nutzte eine neue Auswertungsmethode. In der aktuellen Ausgabe des Zentralblatt für Arbeitsmedizin macht das Forschungsteam nun die Resultate seiner Pilotanalyse für die umstrittene Umweltzone München publik. 

Die Zahlen können die Befunde einer früheren Analyse von Cyrys et al. 2009 trotz gleicher Datenbasis – jeweils vor und nach Einführung der Umweltzone München – nicht bestätigen. Nur an einer Messstation gab es faktisch geringgradige Feinstaubreduktionen. „Das Ergebnis ist ernüchternd“, resümiert Studienleiter PD Dr. Peter Morfeld. „Entgegen bisherigen öffentlichen Darstellungen lassen sich keine Wirkungen erkennen.“

Insgesamt basiert die Studie auf 6 Mio. Datensätzen aus 19 deutschen Städten in 6 Bundesländern und ist damit die weltweit umfassendste Untersuchung zur Effektivität sogenannter„Low Emission Zones“ überhaupt. Das Forschungsteam wertete die gewonnenen Daten mittels gematchter Messwerte-Quadrupel aus. Dieses neue analytische Verfahren wurde auf Wunsch der 6 beteiligten Landesumweltämter im Vorfeld kritisch und erfolgreich getestet.

„Der methodische Ansatz“, erklärt Peter Morfeld, „ist für eine wissenschaftlich belastbare Bewertung der Wirksamkeit von Umweltzonen entscheidend.“ Deshalb ermittelte das IERA die PM10-Staubkonzentrationen in halbstündigen Messungen zeitgleich an Indexstationen innerhalb und Referenzstationen außerhalb der Umweltzone. Die jeweils gematchten Messwertequadrupel wertete man per Differenzwertmethode im Zwei-Perioden-Fall vergleichend aus. Auch meteorologische Faktoren sowie bestimmte Basisdaten der Index- und Referenzstationen wurden berücksichtigt. Daher sind die Studienergebnisse aussagekräftiger als die älterer Veröffentlichungen und liefern eine verlässliche Grundlage für zukünftige Betrachtungen der Wirksamkeit von Umweltzonen.

Auf dem 15. Technischen Kongress des VDA stellen Dr. Peter Morfeld (IERA) und Dr. Michael Spallek (EUGT) neben der Pilotanalyse und Methodik erstmals auch Auswertungen für Gesamtdeutschland vor. Präsentation am 22. März 2013 um 13:30 h in der BMW Welt München.

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EUGT

Die Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor e.V. wurde 2007 von engagierten Technikexperten und Umweltmedizinern gegründet. Der Verein finanziert sich aus Beiträgen seiner Mitglieder. Darunter neben Privatleuten auch Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie wie BMW, Daimler, VW und Bosch. Zentrale Aufgabe ist die quellenübergreifende Untersuchung von Aus- und Wechselwirkungen zwischen Emissionen, Immissionen, Umwelt und Gesundheit. Über Vergabe, Objektivität und Qualität von Studienaufträgen wacht ein unabhängiger Forschungsbeirat. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden Politik, Presse, Medizin und Industrie u. a. über Fachzeitschriften, Vorträge, Newsletter und die Vereinswebsite www.eugt.org zugänglich gemacht.

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